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Wolfram Fischer

Aktuelles

 

Leipzig, den 03.01.2026

Um den Jahreswechsel versuchte ich eine Neubearbeitung einer Aufnahme des Cirrusnebels NGC 6992 von 08.2019. Durch den Kauf eines Schmalband [O III]-Filters wurde mir bewusst, dass diese Emissionslinien des zweifach ionisierten Sauerstoffs (bei 500,7 und 495,9 nm Wellenlänge) ziemlich grün sind, nur mit einem geringen Blauanteil (Türkis). Dies versuchte ich in meinem Bild wiederzugeben.

Ich stellte folgende Fragen an meinen Freund (Chemiker und Spektroskopieexperte) Bernd Hanisch aus Lebus: Bezieht sich die Bezeichnung [O III] eigentlich nur auf die Linie 500,7 nm oder zusammen auch auf die bei 495,9 nm Wellenlänge?
Heißt vielleicht letztere [O IV]? Warum heißt [O III] nicht [O γ]? Werden die Linien nicht mit altgriechischen Buchstaben ausgedrückt?

Er antwortete folgendes:

"Die beiden Linien 500,7 nm und 495,9 nm stammen beide vom zweifach ionisierten Sauerstoff, also [O III]. Es handelt sich um Ionenlinien von Sauerstoff, der schon zwei seiner Elektronen verloren hat. Beide Linien haben leicht verschiedene Energieniveaus, so dass sich im Spektrum etwas verschiedene Wellenlängen ergeben. In der Chemie wird zweifach ionisierter Sauerstoff als O 2+ oder O++ bezeichnet. In der Astrophysik hat sich für zweifach ionisierten Sauerstoff die Bezeichnung [O III] durchgesetzt. Dies bedeutet, dass die Ionisierungsstufe in der Astrophysik in römischen Zahlen, jeweils um 1 höher als der Ionisierungszustand angegeben wird. Also z.B.: [Ar IV] entspricht dreifach ionisiertem Argon und ist eine verbotene Linie, He II bei 468,6 nm (eine sehr wichtige Linie zur Bestimmung des Anregungsgrades von Planetarischen Nebeln) eben einfach ionisiertem Helium und ist keine verbotene Linie; deshalb keine eckigen Klammern. Linien, welche von neutralen, also nicht ionisierten Atomen herrühren, werden, wie z.B. auch die H-Alpha-Linie bei 656,3 nm, mit H I und in diesem Fall ohne eckige Klammer bezeichnet, weil es keine verbotene Linie ist. Der Begriff "verbotene Linie" bedeutet übrigens, dass aufgrund der extrem geringen Teilchendichten in Planetarischen Nebeln die Verweilzeiten eines Elektrons auf einem entsprechenden Energieniveau  lang und die Übergänge damit wahrscheinlich sind. Auf der Erde sind solche geringen Teilchendichten nur sehr schwer im extremen Hochvakuum zu erzeugen. Dies ist auch der Grund, warum man diese verbotenen Linien anfangs keinem bekannten Element zuordnen konnte, und deshalb das nicht existierende Element "Nebulium" erfand. Aus dieser Zeit stammt auch die bisweilen für die beiden [O III]-Linien verwendete Bezeichnuing N1 und N2."

 

 

 

Leipzig, den 28.12.2025

Heute veröffentlichte ich hier ein neues Bilderalbum mit dem Titel "Bilder PixInsight-Zeit ab 2025", das im Wesentlichen alle 2025 unter "Aktuelles" gezeigten Bilder aufgenommen hat.

Am 1. Weihnachtsfeiertag verunglückte mein über 57 Jahre alter Refraktor AS 63/840 mm, mein erstes richtiges Fernrohr. Der originale Tubus lässt sich so nicht mehr retten. Zum Glück scheinen die Optiken unbeschädigt zu sein.

 

 

Leipzig, den 11.12.2025

Hier eine neue Bearbeitung meines Krebsnebels. Ich bemühte mich um die helle Zentralregion des Nebels und wollte zugleich etwas von den schwachen Hintergrundgalaxien zeigen (näheres zu diesen hier). Die Darstellung der Sterne stand dadurch unter Druck.

 

Leipzig, den 02.12.2025

22.11.2025 Trip zur Sternwarte Sohland:

Kurzfahrt nach Sohland, Azorenhoch - kalt. Trotz Magen-Darm-Problemen nahm ich die Fahrt (190 km) auf mich. Nachts wurde es wie erwartet klar, windstill, starke Raureifbildung (Meine frisch geschwärzte Taukappe war am Ende
der Nacht innen schneeweiß.), Temperatur bis -11 Grad C. Gegen 18 Uhr begann ich mit der nächtlichen Arbeit. Es gab nur Probleme! Die Kühlung meiner neuen ToupTek-Kamera lief nicht. Ich wollte auf -35 Grad C kühlen. Schließlich lief die Kühlung mal kurz, um dann ganz aufzugeben. Das Fiasko dabei, sie wollte auch keine Bilder mehr machen. Ich war schon kurz vorm Aufgeben, kam dann aber auf die Idee, einen neuen Touptek-ASCOM Treiber im Internet herunterzuladen und zu installieren. Damit ging die Kühlung immer noch nicht, aber sie zeichnete Bilder auf. Durch die Kälte und offenbar eine geringe Wärmeregulierung hielt die Kamera die ganze Nacht eine Temperatur von -2 Grad C. Dank der neuen Chip-Generation, der Kälte und der kurzen Belichtungen ging das in Ordnung. Zunächst machte ich Versuche mit der Autofokussierung. Das klappte dann gut. Gegen 21.30 Uhr begann ich mit einer Aufnahmeserie des Krebsnebels M1. Bis alles lief habe ich nur geflucht. Ich glaube das hörte man im ganzen Ort. Ich belichtete jedes Bild nur 30s, Binning 1x1 und nach 40 Bildern Filterwechsel, Dithern und Autofokus (G-, R-, B-, OIII- und Halpha-Filter). Alles lief vollautomatisch vorprogrammiert mit dem Programm N.I.N.A. ab (alles nicht ganz einfach). Ich hielt mich viel in der Sternwarte auf, da der Autofokus gut funktionierte. Zwischen 2 und 4 Uhr machten 2 PKW hinter der Warte penetrant Licht, mit sämtlichen Nebelscheinwerfern in meine Richtung. Ich glaube fast, die wollten mich ärgern. Dank Heizweste und Heizstrümpfen (mit großen Powerbanks) ließ sich die Kälte halbwegs ertragen. Dennoch waren meine Hände schließlich kaum noch zu gebrauchen, denn sie waren meist ungeschützt. Insgesamt belichtete ich 600x30s = 5 Stunden. Der Herbst- und Winterhimmel zogen durch und schließlich die Frühlingssternbilder hoch. Eine klare, mondlose Novembernacht ist lang und selten bei uns. Das sind Sachen, die ich erleben und nutzen möchte! Im Anschluss kamen noch die Kalibrierungsaufnahmen dran, 20 Dunkelbilder mit 30s waren schnell gemacht. Danach noch für jeden Filter einzeln 10 Flat und 10 Flatdark-Aufnahmen. Die Belichtungszeiten der Flats (Hellfeldbilder mit Leuchtfolie, 50% Sättigung) werden von N.I.N.A. mit dem "Flatfieldassistenten" automatisch ermittelt und durchgeführt. Nach dem Ausschalten der Leuchtfolie macht das Programm gleichlang belichtete Dunkelbilder. Ausgerechnet beim allerletzten Filter (Halpha) funktionierte das nicht (?). Es wurde aber die richtige Belichtungszeit angezeigt, so dass ich schließlich die Flats und Darks als normale Aufnahmen belichten konnte. Nur musste ich später die Dateien im Fits Header als Darks und Flats umbenennen, da PixInsight streikte.
Am Ende hatte ich in der Nacht insgesamt 35 GB Daten aufgenommen. Völlig erschöpft, übermüdet, erfroren (mit gefühllosen Händen) lag ich 5.18 Uhr im Bett. Gegen 7.30 Uhr war ich wieder (wie immer) "wach" und bereitete die Heimfahrt vor.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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