Wolfram Fischer
Aktuelles
Leipzig, den 02.01.2026
Um den Jahreswechsel versuchte ich eine Neubearbeitung einer Aufnahme des Cirrusnebels NGC 6992 von 08.2019. Durch den Kauf eines Schmalband-OIII-Filters wurde mir bewusst, dass diese verbotenen Linien (im Labor nicht oder schwer erzeugbar) des zweifach ionisierten Sauerstoffs (bei 500,7 und 495,9 nm Wellenlänge) ziemlich grün sind, nur mit einem geringen Blauanteil. Dies versuchte ich in meinem Bild wiederzugeben.

Leipzig, den 28.12.2025
Heute veröffentlichte ich hier ein neues Bilderalbum mit dem Titel "Bilder PixInsight-Zeit ab 2025", das im Wesentlichen alle 2025 unter "Aktuelles" gezeigten Bilder aufgenommen hat.
Am 1. Weihnachtsfeiertag verunglückte mein über 57 Jahre alter Refraktor AS 63/840 mm, mein erstes richtiges Fernrohr. Der originale Tubus lässt sich so nicht mehr retten. Zum Glück scheinen die Optiken unbeschädigt zu sein.

Leipzig, den 11.12.2025
Hier eine neue Bearbeitung meines Krebsnebels. Ich bemühte mich um die helle Zentralregion des Nebels und wollte zugleich etwas von den schwachen Hintergrundgalaxien zeigen (näheres zu diesen hier). Die Darstellung der Sterne stand dadurch unter Druck.

Leipzig, den 02.12.2025
22.11.2025
Trip zur Sternwarte Sohland:
Kurzfahrt nach Sohland, Azorenhoch - kalt. Trotz
Magen-Darm-Problemen nahm ich die Fahrt (190 km) auf mich. Nachts
wurde es wie erwartet klar, windstill, starke Raureifbildung (Meine
frisch geschwärzte Taukappe war am Ende
der Nacht innen
schneeweiß.), Temperatur bis -11 Grad C. Gegen 18 Uhr begann ich mit der nächtlichen Arbeit. Es gab nur
Probleme! Die Kühlung meiner neuen ToupTek-Kamera lief nicht. Ich
wollte auf -35 Grad C kühlen. Schließlich lief die Kühlung mal kurz,
um dann ganz aufzugeben. Das Fiasko dabei, sie wollte auch keine
Bilder mehr machen. Ich war schon kurz vorm Aufgeben, kam dann aber
auf die Idee, einen neuen Touptek-ASCOM Treiber im Internet
herunterzuladen und zu installieren. Damit ging die Kühlung immer
noch nicht, aber sie zeichnete Bilder auf. Durch die Kälte und
offenbar eine geringe Wärmeregulierung hielt die Kamera die ganze
Nacht eine Temperatur von -2 Grad C. Dank der neuen Chip-Generation,
der Kälte und der kurzen Belichtungen ging das in Ordnung.
Zunächst machte ich Versuche mit der Autofokussierung. Das klappte
dann gut. Gegen 21.30 Uhr begann ich mit einer Aufnahmeserie des
Krebsnebels M1. Bis alles lief habe ich nur geflucht. Ich glaube das
hörte man im ganzen Ort. Ich belichtete jedes Bild nur 30s, Binning
1x1 und nach 40 Bildern Filterwechsel, Dithern und Autofokus (G-,
R-, B-, OIII- und Halpha-Filter). Alles lief vollautomatisch
vorprogrammiert mit dem Programm N.I.N.A. ab (alles nicht ganz
einfach). Ich hielt mich viel in der Sternwarte auf, da der
Autofokus gut funktionierte. Zwischen 2 und 4 Uhr machten 2 PKW
hinter der Warte penetrant Licht, mit sämtlichen Nebelscheinwerfern
in meine Richtung. Ich glaube fast, die wollten mich ärgern. Dank
Heizweste und Heizstrümpfen (mit großen Powerbanks) ließ sich die
Kälte halbwegs ertragen. Dennoch waren meine Hände schließlich kaum
noch zu gebrauchen, denn sie waren meist ungeschützt.
Insgesamt belichtete ich 600x30s = 5 Stunden. Der Herbst- und
Winterhimmel zogen durch und schließlich die Frühlingssternbilder
hoch. Eine klare, mondlose Novembernacht ist lang und selten bei
uns. Das sind Sachen, die ich erleben und nutzen möchte!
Im Anschluss kamen noch die Kalibrierungsaufnahmen dran, 20
Dunkelbilder mit 30s waren schnell gemacht. Danach noch für jeden
Filter einzeln 10 Flat und 10 Flatdark-Aufnahmen. Die
Belichtungszeiten der Flats (Hellfeldbilder mit Leuchtfolie, 50%
Sättigung) werden von N.I.N.A. mit dem "Flatfieldassistenten"
automatisch ermittelt und durchgeführt. Nach dem Ausschalten der
Leuchtfolie macht das Programm gleichlang belichtete Dunkelbilder.
Ausgerechnet beim allerletzten Filter (Halpha) funktionierte das
nicht (?). Es wurde aber die richtige Belichtungszeit angezeigt, so
dass ich schließlich die Flats und Darks als normale Aufnahmen
belichten konnte. Nur musste ich später die Dateien im Fits Header
als Darks und Flats umbenennen, da PixInsight streikte.
Am Ende
hatte ich in der Nacht insgesamt 35 GB Daten aufgenommen.
Völlig erschöpft, übermüdet, erfroren (mit gefühllosen Händen) lag
ich 5.18 Uhr im Bett.
Gegen 7.30 Uhr war ich wieder (wie immer) "wach" und bereitete die
Heimfahrt vor.