Wolfram Fischer
Aktuelles
Leipzig, den 26.08.2026
Mit der Bildbearbeitung meiner M82-Aufnahmen (01.2024 RGB und 03.2026 H-alpha) war ich mit Unterbrechungen gut 5 Monate beschäftigt. 14 Ordner auf meinem PC zeugen von immer neuen Bearbeitungsansätzen. Astrofotofreund Dr. Dewey war oft der Stachel, es noch auf andere Weise zu versuchen. Leider ist eine farblich befriedigende Wiedergabe extremer Helligkeitsunterschiede wirklich schwierig. Die bereits im Januar 2024 mit der OSC-Kamera aufgenommenen H-alpha-Aufnahmen hatten ein stärkeres Signal, zeigten aber viel weniger als die Bilder der s/w Kamera. Vermischte ich die Aufnahmen beider Kameras, ging das schwächere Signal der s/w Kamera unter. Wahrscheinlich hätte ich mit PixInsight LinearFit anwenden müssen, um hier einen Ausgleich herzustellen. Ich weiß aber erst seit kurzem von diesem Prozess. Ich verwendete schließlich nur die H-alpha Bilder der s/w CMOS Kamera, stretchte das Ergebnis und verwandelte es in ein Farbbild. Was ich dort an roten Nebeln von M82 sah, sollte das fertige Bild zeigen. Die Ergebnisse wurden lange Zeit rotstichig oder zeigten die roten Nebel nicht mehr gut genug. Eine Lösung brachten mir HDRMultiscaleTransform, das mächtige Werkzeug GeneralizedHyperbolicStretch und NBRGBCombination. Natürlich könnte immer alles noch besser sein, aber ich muss jetzt darunter ein Schlussstrich ziehen und hoffe bald neue Aufnahmedaten erstellen zu können.
Hier einige Stationen meiner
Bemühungen:
Leipzig,
den 25.03.2026 Nachdem
mich Dr.Dewey auf 2 bevorstehende klare Neumondnächte aufmerksam gemacht
hatte, fuhr ich vom 17. - 19.03. nach Sohland und verbrachte
anstrengende Stunden auf der Sternwarte. Die erste Nacht war
hervorragend klar, das Seeing aber eher mäßig. Leider kosteten mich
technische Probleme (meist von der Software her) viel Belichtungszeit
und Nerven. Immerhin konnte ich ergänzende Halpha-Aufnahmen von M 82 und
M 101 durchführen, etwa je 2 Stunden insgesamt. In der 2. Nacht bezog
sich leider der Himmel sehr schnell. Es entstanden an dunstigem Himmel
lediglich 2x600s Belichtung Halpha von M 82. Später konnte ich nur die
notwendigen Korrekturaufnahmen durchführen (Bias, Darks, Flats,
Flatdarks). In den Folgetagen bemühte ich mich zu Hause, meine M
101-Aufnahme von 2022 (mit Color-CCD-Kamera aufgenommen), mit den neuen
s/w Halpha-Aufnahmen zu verheiraten. Auch wenn die 2h-Belichtung mit
Halpha-Filter etwas wenig waren, entstand am Ende ein farblich
ansprechenderes Bild. Dabei bemühte ich mich, Übertreibungen aller Art
zu vermeiden. Die Bearbeitung von M 82 muss noch etwas warten.
Leipzig,
den 27.02.2026 Immer
wieder versuchte ich mich an einer Neubearbeitung meiner
Cirrusnebel-Aufnahme um 52 Cygni (NGC 6960) von 2019. Die Gradienten auf
dieser Aufnahme waren sehr störend und behinderten (wie immer) die
Wiedergabe sehr geringer Flächenhelligkeiten. Mit PixInsight ist ja beim
Stretchen nicht das Rauschen das wachsende Problem, sondern
Helligkeitsverläufe mit falschen Farben. Ich versuchte es auch mit
MultiscaleGradientCorrection und All-Sky Reference Survey (Mars) mit
mäßigem Erfolg. Am weitesten kam ich dann doch mit GraXpert und einer
Versuchsreihe Krigging. Das Ergebnis ist auch nicht ideal und leider
kaum oder teilweise garnicht besser als meine frühere Fassung.
Leipzig, den
15.02.2026 Die Rekonstruktion
meines ersten richtigen Fernrohres (Objektiv Zeiss-Jena AS 63/840 mm, 1.
Beobachtung damit am 23.11.1968) konnte heute einigermaßen
zufriedenstellend abgeschlossen werden. Es wurden weitgehend
Originalteile verwendet. Nur der Tubus ist neu, bestehend aus einem
PVC-Dachrinnenfallrohr mit 90 mm Außendurchmesser.
Leipzig, den
03.01.2026 Um den Jahreswechsel
versuchte ich eine Neubearbeitung einer Aufnahme des Cirrusnebels NGC
6992 von 08.2019. Durch den Kauf eines Schmalband [O III]-Filters
wurde mir bewusst, dass diese Emissionslinien des zweifach ionisierten Sauerstoffs (bei 500,7 und 495,9 nm
Wellenlänge) ziemlich grün sind, nur mit einem geringen Blauanteil (Türkis). Dies versuchte ich in meinem Bild wiederzugeben.
Ich stellte folgende Fragen an meinen Freund (Chemiker und Spektroskopieexperte) Bernd Hanisch aus
Lebus: Bezieht sich die Bezeichnung [O III] eigentlich nur auf die Linie 500,7 nm
oder zusammen auch auf die bei 495,9 nm Wellenlänge?
Er antwortete folgendes:
Leipzig, den
28.12.2025 Heute
veröffentlichte ich
hier ein neues Bilderalbum mit dem Titel "Bilder PixInsight-Zeit ab
2025", das im Wesentlichen alle 2025 unter "Aktuelles" gezeigten Bilder
aufgenommen hat. Am 1. Weihnachtsfeiertag
verunglückte mein über 57 Jahre alter Refraktor AS 63/840 mm, mein
erstes richtiges Fernrohr. Der originale Tubus lässt sich so nicht mehr
retten. Zum Glück scheinen die Optiken unbeschädigt zu sein.
Leipzig, den
11.12.2025 Hier eine neue Bearbeitung
meines Krebsnebels. Ich bemühte mich um die helle Zentralregion des
Nebels und wollte zugleich etwas von den schwachen Hintergrundgalaxien
zeigen (näheres zu diesen
hier). Die Darstellung der Sterne stand dadurch unter Druck.
Leipzig, den
02.12.2025 22.11.2025
Trip zur Sternwarte Sohland:
Kurzfahrt nach Sohland, Azorenhoch - kalt. Trotz
Magen-Darm-Problemen nahm ich die Fahrt (190 km) auf mich. Nachts
wurde es wie erwartet klar, windstill, starke Raureifbildung (Meine
frisch geschwärzte Taukappe war am Ende





Heißt vielleicht
letztere [O IV]? Warum heißt [O III] nicht [O γ]? Werden die Linien nicht mit
altgriechischen Buchstaben ausgedrückt?


der Nacht innen
schneeweiß.), Temperatur bis -11 Grad C. Gegen 18 Uhr begann ich mit der nächtlichen Arbeit. Es gab nur
Probleme! Die Kühlung meiner neuen ToupTek-Kamera lief nicht. Ich
wollte auf -35 Grad C kühlen. Schließlich lief die Kühlung mal kurz,
um dann ganz aufzugeben. Das Fiasko dabei, sie wollte auch keine
Bilder mehr machen. Ich war schon kurz vorm Aufgeben, kam dann aber
auf die Idee, einen neuen Touptek-ASCOM Treiber im Internet
herunterzuladen und zu installieren. Damit ging die Kühlung immer
noch nicht, aber sie zeichnete Bilder auf. Durch die Kälte und
offenbar eine geringe Wärmeregulierung hielt die Kamera die ganze
Nacht eine Temperatur von -2 Grad C. Dank der neuen Chip-Generation,
der Kälte und der kurzen Belichtungen ging das in Ordnung.
Zunächst machte ich Versuche mit der Autofokussierung. Das klappte
dann gut. Gegen 21.30 Uhr begann ich mit einer Aufnahmeserie des
Krebsnebels M1. Bis alles lief habe ich nur geflucht. Ich glaube das
hörte man im ganzen Ort. Ich belichtete jedes Bild nur 30s, Binning
1x1 und nach 40 Bildern Filterwechsel, Dithern und Autofokus (G-,
R-, B-, OIII- und Halpha-Filter). Alles lief vollautomatisch
vorprogrammiert mit dem Programm N.I.N.A. ab (alles nicht ganz
einfach). Ich hielt mich viel in der Sternwarte auf, da der
Autofokus gut funktionierte. Zwischen 2 und 4 Uhr machten 2 PKW
hinter der Warte penetrant Licht, mit sämtlichen Nebelscheinwerfern
in meine Richtung. Ich glaube fast, die wollten mich ärgern. Dank
Heizweste und Heizstrümpfen (mit großen Powerbanks) ließ sich die
Kälte halbwegs ertragen. Dennoch waren meine Hände schließlich kaum
noch zu gebrauchen, denn sie waren meist ungeschützt.
Insgesamt belichtete ich 600x30s = 5 Stunden. Der Herbst- und
Winterhimmel zogen durch und schließlich die Frühlingssternbilder
hoch. Eine klare, mondlose Novembernacht ist lang und selten bei
uns. Das sind Sachen, die ich erleben und nutzen möchte!
Im Anschluss kamen noch die Kalibrierungsaufnahmen dran, 20
Dunkelbilder mit 30s waren schnell gemacht. Danach noch für jeden
Filter einzeln 10 Flat und 10 Flatdark-Aufnahmen. Die
Belichtungszeiten der Flats (Hellfeldbilder mit Leuchtfolie, 50%
Sättigung) werden von N.I.N.A. mit dem "Flatfieldassistenten"
automatisch ermittelt und durchgeführt. Nach dem Ausschalten der
Leuchtfolie macht das Programm gleichlang belichtete Dunkelbilder.
Ausgerechnet beim allerletzten Filter (Halpha) funktionierte das
nicht (?). Es wurde aber die richtige Belichtungszeit angezeigt, so
dass ich schließlich die Flats und Darks als normale Aufnahmen
belichten konnte. Nur musste ich später die Dateien im Fits Header
als Darks und Flats umbenennen, da PixInsight streikte.
Am Ende
hatte ich in der Nacht insgesamt 35 GB Daten aufgenommen.
Völlig erschöpft, übermüdet, erfroren (mit gefühllosen Händen) lag
ich 5.18 Uhr im Bett.
Gegen 7.30 Uhr war ich wieder (wie immer) "wach" und bereitete die
Heimfahrt vor.